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Leserzuschrift vom 02.03.2005

hier macht sich jemand Gedanken über die wirtschaftliche Zukunft in Ostdeutschland:

Absender: dem BWL-Boten persönlich bekannt; hat um Anonymisierung gebeten

Ich wohne seit nun beinahe 4 Jahren in Sondershausen - einer kleinen Stadt im Kyffhäuserkreis im Norden Thüringens. Auch aus den Nachrichten ist bekannt, daß dieser Kreis eine Arbeitslosenquote weit jenseits der 20% aufweist. Als Bürger dieser Stadt erhält man regelmäßig das "Heimatecho", welches über das aktuelle Geschehen im Umkreis berichtet. Und mit der aktuellen Ausgabe 02/05 stockte mir beinahe der Atem: Auf Seite 14 wurden die Ergebnisse des "Sondershäuser Wirtschaftsforums" veröffentlicht. So weit sehr löblich, wenn nicht der Inhalt äußerst bedenklich wäre. Fassen wir den Artikel kurz zusammen:
Der Kyffhäuserkreis verliert bis 2020 unglaublich viele Einwohner -und Deutschland natürlich auch. Die Bevölkerung schrumpft, weil die bösen Frauen nur eine Geburtenquote von 774 Kindern auf 1000 Frauen aufweisen. Damit wird Thüringen 2020 das älteste Bundesland Deutschlands sein. Sind Sie hier noch mitgekommen? Warten Sie mal ab, was 40 teilnehmende Unternehmen (!!!) des Wirtschaftsforums für Konsequenzen daraus ziehen:

  • Man verabschiedet sich von Wachstumsträumen und akzeptiert die Realität der Schrumpfung - diese sollte dann aber auch politisch klug organisiert werden
  • Da die Gesellschaft immer älter wird, sollten die Politikfelder Familienförderung und Seniorenbetreuung darauf ausgerichtet werden; das Verkehrsmittel der Zukunft ist der Rollator (Anmerkung: na Prost Mahlzeit)
  • Von 2015 bis 2030 ist ein extrem teurer Umbau von Infrastrukturen zu leisten (Kindergärten und Schulen schließen, Altenheime errichten) (Anmerkung: Na! Fällt Ihnen was auf?)
  • Fachkräftemangel ab 2008 vorbeugen (Anmerkung: Wie verträgt sich das denn mit dem vorangegangenen Punkt?)
Wir könnten hier noch ewig weitermachen. Aber ich empfehle Ihnen mal 2 Tage nur durch Sondershausen zu laufen und die Menschen zu beobachten. Ich will hier nicht nur klagen, sondern auch Vorschläge unterbreiten - speziell für diese Region und ähnlich strukturierte:
  • Schaffung von Sonderwirtschaftszonen nach chinesischem Vorbild (jaja, ganz genau!), um Anreize zu Investitionen zu schaffen
  • Schaffung von spürbaren Steuerprivilegien für Arbeitnehmer in dieser Region - dies zieht auch Fachkräfte an
  • Schaffung von Ausbildungspools und Eliteförderung um Fachkräfteversorgung zu stabilisieren
Wenn Ihnen auch etwas einfällt schreiben Sie es doch mal an den BWL-Boten. Evtl. bilden wir eine Wahlalternative 2006! Oder meinen Sie, daß es unter CDU/CSU/FDP/PDS/NPD anders wäre als jetzt? Das glauben Sie doch nicht wirklich...
Ich hoffe, daß das hier auch mal jemand der Verantwortlichen liest und auch in der Lage ist es nachzuvollziehen - ganz im Gegensatz zu Herrn Uwe Dönhoff dem Amtsleiter des regionalen Wirtschaftsamtes.

Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers des BWL-Boten wieder und werden nur mit Absender- bzw. Verfasserangabe veröffentlicht. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder ungekürzte Veröffentlichung einer Leserzuschrift.

Hrsg. & v.i.S.d.P.: Harry Zingel 2005; Erlgarten 8, 99091 Erfurt, Tel. 0172-3642082, 0361-2606029, Fax 0361-2118928


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