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Leserzuschrift vom 04.03.2003

zum Beitrag "Bildung als Ware" vom 02.03.2003

Absender: Conrad Beckert

"gut daran abzulesen, daß man die Deutschen als Land der verpaßten Gelegenheiten bezeichnet hat, oder daran, wie viele Erfindungen von Deutschen und/oder in Deutschland gemacht wurden, aber ganz woanders zu Geld werden: Luft- und Raumfahrt, Auto, Internet, Chemie: deutscher Geist, fremder Erfolg. Das sind die wahren Früchte des deutschen Bildungswesens, das bis heute, fast ein Jahrhundert nach dem Kaiser, noch immer wilhelminische Züge trägt."

Stimmt nicht ganz. Das Bildungssystem im Kaiserreich war sehr erfolgreich. Wir haben nur Pech gehabt und zweimal im vorherigen Jahrhundert fast alle unsere Patente, Markenrechte und zum Teil Wissenschaftler verloren.

Ein paar Beispiele für erfolgreiche Produkte, wie sie mir gerade spontan eingefallen sind:

  • Aspirin und eine Menge anderer Medikamente, Medizin allgemein: An der Berliner Uni haben vor dem 1. Weltkrieg fast die Hälfte Ausländer studiert Wir waren die Apotheke der Welt.
    http://www.brandenburg-preussen-museum.de/vorreiter.html
  • elektrische Kraftanlagen: Straßenbahnen und elektrische Züge von Siemens und AEG. fuhren auf der ganzen Welt (und tun das zum Teil noch heute).
  • Fernsehen: wir hatten den ersten Fernsehsender der Welt in Berlin Witzleben. (Manfred von Ardenne) Die Olympiade '36 konnte man "Live" im Fernsehen verfolgen!
  • Der Patagonienexpreß rollt auf 750mm breiten Schienen - wie in Sachsen. Warum wohl? Da scheinen sogar welche bis heute überlebt zu haben - interessante Seite zu Chemnitzer Industrie:
    http://www.chemnitz.de/de/stipp/stipp_welt_index.php
... zig andere Beispiele aus allen möglichen Bereichen.

Deutsche Erfindungen und Produkte waren/sind sehr wohl kommerziell erfolgreich und konnten sich auch in protektionistischen Märkten behaupten. Wir waren stets von Einfuhren (Rohstoffe/Lebensmittel) abhängig und darum gezwungen zu exportieren, was in Zeiten offener Märkte auch immer gut funktioniert hat.

Die großen Kolonialmächte und die USA haben halt auch ihr Militär als "Salesforce" eingesetzt - kein Wunder, daß sie kommerziell erfolgreich waren. Als wir es dann auch probiert hatten, war es gründlich in die Bütt gegangen.

Darum erscheint uns heute unsere Geschichte als eine Abfolge von Niederlagen, Irrtümern und verpaßten Chancen. Die Gedankenmanipulation hierzulande ist schlimm genug - man muß nicht noch unvorsichtigerweise dabei mitmachen.

Viele Grüße

Conrad Beckert

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