Im Gedenken an Harry Zingel (✟ 12. August 2009) ..... Alle Dokumente stehen ab sofort zum freien Download zur Verfügung (Redaktionsstand: letzte BWL CD 8/2009) .... Finanziert wird das Projekt via Google AdSense ... Achtung: Es erfolgt keine Aktualisierung der Inhalte ... Es besteht kein Recht auf Support in jeglicher Hinsicht ... Ich wünsche euch trotz alledem viel Erfolg mit der neuen alten BWL CD!!!

Der kostenlose Newsletter
der BWL CD
© Harry Zingel 2001-2009
BWL Mehr wissen,
mehr können,
mehr sein!
Startseite | Copyright | Rechtschreibung | Link mich! | Datenschutz | Impressum

Basic und Diluted Earnings per Share nach IAS 33

Im Jahresabschluß nach IFRS ist auch der Gewinn pro Anteilsschein (Earnings per share) auszuweisen. Das dient dem Informationsnutzen. IAS 33 unterscheidet dabei nach basic und diluted earnings per share. Die Unterscheidung hat keine direkte Entsprechung im deutschen Aktienrecht, und gehört wohl deshalb zu den häufigsten Prüferfragen. Dabei ist es ganz einfach, wenn man es sich erstmal klar gemacht hat.

Artikel als MP3 anhören, gesprochen vom Autor:
play button

Basic Earnings per Share ist dabei der Gewinn pro Anteilsschein, der direkt aus der Anzahl der Aktien und dem Jahresüberschuß berechnet wird. Der Diluted-Wert entsteht, wenn Finanzierungsinstrumente berücksichtigt werden, die in Aktien umgetauscht werden können – wie zum Beispiel Wandelschuldverschreibungen. "Diluted" ("Verwässert") meint, daß auch der auf diese Finanzierungsinstrumente entfallende Gewinn oder Verlust der Periode berücksichtigt werden muß. Der Diluted-Wert ist daher kleiner als der Basic-Wert, weil durch die Inanspruchnahme von Umtauschrechten die Anzahl der kursierenden Aktien höher wird.

Ein Beispiel zeigt, daß das eigentlich ganz einfach ist. Eine Gesellschaft erziele einen Jahresüberschuß i.H.v. 1,2 Mio. Euro. In der abgeschlossenen Periode kursieren 500.000 Stammaktien im Nennwert von je ein Euro. Der Basic-Wert beträgt also 2,40 Euro pro Anteilsschein.

Zugleich kursieren aber 100.000 Aktienoptionen, z.B. Wandelschuldverschreibungen. Diese gewähren ihren Inhabern ein Optionsrecht, zu beispielsweise 15 Euro je Anteilsschein Aktien zu erwerben. Der Durchschnittskurs einer Aktie betrage aber 20 Euro im Berichtszeitraum. Wären diese Optionen auch wirklich in vollem Umfang in Anspruch genommen worden, so wäre hierfür neues Grundkapital im Wert von 100.000 x 15 / 20 = 75.000 in Umlauf gekommen. Der Diluted-Wert beträgt damit nur 2,08696 Euro je Anteilsschein. Das ist die niedrigste Gewinn pro Anteil, der zustande gekommen wäre, wenn alle Optionen auch wirklich wahrgenommen worden wären.

Der Basic- und der Diluted-Wert bilden damit eine Art Wertkorridor, in dem sich die tatsächliche Dividende je nach Ausübung von Optionsrechten bewegen kann. Beide Werte anzugeben erhöht den Informationsnutzen für den Kapitalmarktteilnehmer. Wer diesen einfachen Mechanismus verstanden hat, kann damit nicht selten sein Prüfungsergebnis verbessern. Auch das ist eine ganz eigene Art von Informationsnutzen.

Links zum Thema: Bilanzrechtsmodernisierung: Gesamtübersicht über die Reformen | Umfangreiches IFRS-Skript (interne Links)

Hinweise auf relevante Inhalte der BWL CD: [Lexikon]: "Anleihe", "Earnings per Share", "Option", "Schuldverschreibung", "Wandelschuldverschreibungen". [Manuskripte]: "Finanzierung Skript.pdf", "IAS.pdf". [Excel]: "Aktienrechner.xls" "Earnings Per Share.xls", "Eigenkapital.xls".
Diese Hinweise beziehen sich auf die zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels aktuelle Version der BWL CD. Nicht alle Inhalte und nicht alle Stichworte sind in älteren Fassungen enthalten. Den tagesaktuellen Stand ersehen Sie aus dem Inhaltsverzeichnis oder dem thematischen Verzeichnis.


© Harry Zingel 2001-2008
Im Gedenken an Harry Zingel, ✟ 12. August 2009
Zurück zur Hauptseite: http://www.bwl-bote.de